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Zur Malerei von Susan Stadler
Das vielfältige Zusammenspiel von Farbe, Fläche und Linie, von Schichtungen und Räumlichkeiten, von Licht, Transparenz und Bewegung prägt das künstlerische Schaffen von Susan Stadler. Kompakte Farbmaterien und luftige Farbräume, massive Verdichtungen und fragile Auflösungen, expressive Aktion und meditative Ruhe bestimmen gleichermaßen den Ausdruck ihrer gegenstandsfreien Gemälde.
Auf der Basis eines konzeptuellen Ansatzes agiert Stadler in Werkserien: in immer neuen zyklischen Bildschöpfungen erkundet und ergründet sie die Wirksamkeiten ihrer Ausdrucksmittel, die Wechselwirkungen zwischen Farbe und Bildräumlichkeiten, unterschiedlichsten Oberflächenstrukturen und durchscheinenden Helligkeiten. Von „Farbvibrationen“ und „Farbtemperaturen“, von „körperhaften Volumen und Schwingungen“, von „Farbraum und Farblicht“ spricht dabei die Künstlerin. Zu Ihrer zentralen Intention erklärt Susan Stadler: „Mein Anliegen ist die Untersuchung, wie sich die verschiedenen Farben und Differenziertheiten auf unterschiedlichen, stillen und bewegten Oberflächen zueinander auf dem Träger (Leinwand, Metall, Holz) verhalten.“
Und so begegnen uns lebhafte Flächenkompositionen, die aus dem Energiefeld zwischen leuchtendem Kolorit und mannigfachen Überlagerungen von Farbschichtungen sowie kontrastierendem Hell-Dunkel ihre besondere Intensität und Aura gewinnen. Stadler trägt ihre Ölfarben mit Spachteln, Malmessern und Silikonkissen in zahlreichen übereinanderliegenden Schichten auf Leinwand, Holz und Aludibond-Platten auf, nur selten kommt der klassische Pinsel zum Einsatz. Auf dunklere Ebenen folgen hellere Partien. „Meist beginne ich mit einer dunklen Schicht, um dann in die Farbe zu gehen; die nächsten Schritte erhalten dann einen tieferen Farbraum“, schildert Stadler den Arbeitsvorgang. Es ist ein langwieriger, zeitintensiver Malprozess, erfüllt von Konzentration und Intuition. Im allmählichen Anwachsen der Malschichten entstehen vielfältigste Mixturen der einzelnen Farbzonen, wobei jeder neue Farbauftrag seine Spuren und Strukturen auf der darunterliegenden Schicht hinterlässt. Je nach Druck und Konsistenz der Farbe gewinnt dieses stetige Mit- und Übereinander reizvolle, mal mehr, mal weniger intensive Durchsichtigkeiten und erzeugt ein breites Spektrum an Oberflächenbeschaffenheiten: glatt oder hermetisch geschlossen, porös oder rissig, offenporig-lasierend oder plastisch-wuchtig. Zufälle werden dabei gemieden, die so entstanden Texturen, Flächen und Farbmischungen sind das Ergebnis eines sorgsam durchdachten Malprozesses, der wie selbstverständlich wirkt.
Stadlers zwischen 2015 und 2018 geschaffene Serie „Horizonte“ lässt zunächst an Landschaftliches denken, an weiträumig ausgreifende Blicke auf die trennende Linie zwischen Land und Himmel, Wasser und Wolken. Ebenso erinnern die Kompositionen mit ihrem teils blockhaften, gleichsam tektonischen Aufbau und bisweilen erdigen Farbnuancen an geologische Ablagerungen, an Gesteinsformationen. Wieder andere rufen mit schwungvollem Duktus und blauer Farbigkeit die Assoziation von Wellenbewegungen oder Wolkengebilden wach, wirken luftig, offen, schwebend. Der teils pastose Farbauftrag in unterschiedlich breiten Bahnen lässt insbesondere an den Rändern eine haptische Wirkung entstehen, die geschichteten Farbhäute werden geradezu greifbar. Radikale Reduktionen auf das Wesentliche bestimmen wiederum Arbeiten, die nur zwei oder drei große Farbfelder im strengen Quadrat horizontal aufeinandertreffen lassen. Auch in diesen minimalistisch verknappten Bildern meinen wir atmende Membrane zu spüren, die durch den ebenso subtilen wie kraftvollen Einsatz der Farbe vibrieren und pulsieren. „Gerade das Einfache und das Offensichtliche ist das Magische“ beschreibt Stadler die faszinierende Präsenz von Farbe und Materialtexturen in diesen Werken.
Die von 2013 bis 2017 entwickelte Werkgruppe „Fenster“ spielt mit der Wechselwirkung zwischen Außen und Innen, Vorder- und Hintergrund, einem kompakten Davor und einem offenen Dahinter sowie dem luziden Dazwischen. Immer geht es um das Offenlegen von verborgenen Strukturen und überraschenden Räumlichkeiten, von ungeahnten Ausblicken auf lichte Partien, die das Auge in scheinbar unendliche Fernen und Farbraumtiefen gleiten lassen. Neue Dimensionen eröffnen sich. Auch hierbei geht es Stadler um die „Entstehung visuellen Phänomene während des malerischen Vorganges“. „Farbreste vorangegangener Schichten oder das Ausfransen der Farbe an den Rändern des Auftrags und die daraus resultierende Räumlichkeit spielen eine wichtige Rolle“, erklärt sie. Stadler zielt ab auf „irritierende Farbräume, welche die Ruhe bzw. Bewegung des betrachtenden Auges und damit des Bildes ausmachen.“ Mittels ihres souveränen und virtuosen Einsatzes des Farbmaterials erreicht sie eine starke Verlebendigung der Flächen.
In ihrer neuesten Werkgruppe „Linien“ lässt Stadler seit 2019 das Element der Linie, die in früheren Serien allenfalls ein Nebenprodukt der Maltechnik war, als zentralen Ausdrucksträger in Aktion treten: auf beinahe monochromen Farbgründen entfalten Linienzüge in unterschiedlichster Ausprägung das Moment der Bewegung. Mal streng parallel, mal gestisch befreit, mal spontan und intuitiv, mal kalkuliert und überlegt, mal über Flächen tanzend, mal schwungvoll fließend, mal eckig verkantet mit abrupten Brüchen und plötzlichen Richtungsänderungen – immer folgt die Linie der unmittelbaren Bewegung der Hand, macht den Entstehungsprozess für den Betrachter direkt sichtbar, erfahrbar. Linienverläufe treffen sich, bündeln sich, legen eine Strecke gemeinsam zurück, und entfernen sich dann wieder voneinander, streben zu den Bildrändern und scheinen von dort weit in den Umraum auszustrahlen. Andere durchziehen eher ruhig und kontrolliert die Bildebene. Hierbei gibt es abgetragene, eingetiefte Linien, bei denen die Farben des Untergrundes aufscheinen, und es gibt Linien, die durch den letzten, obersten Farbauftrag mittels eines Rakels entstehen, dessen Einsatz lineare Ränder in leichter Plastizität erzeugt. Letzterem hat Stadler den Titel „Nur das was da ist“ verliehen.
Die von jeder beschreibenden Funktion losgelösten Linien entstehen vor allem durch gezielte Freilegungen der unteren Malschichten, das zunächst verborgene wird als feine, ebenso zarte wie energische Bewegung auf der Fläche sichtbar. Dynamik und Rhythmus, Aktion und Unruhe, expressive Geste und klare, puristische Form treffen aufeinander. Stadler beschwört die lebendige Eigenkraft der Linie als primäres Ausdrucksmedium. Scheinbar ohne Anfang und Ende durchströmen und überziehen die Linien die Bildflächen, machen auch vor den Bildrändern nicht Halt und werden so endlos vorstellbar. Deren teils strenge, teils organisch ausufernde Choreographie nimmt den Betrachter mit auf eine Reise in imaginäre Erlebniswelten. Auf faszinierende Weise lässt Susan Stadler den spezifischen Eigenwert der Linie spürbar werden. Die Linie tritt in fast spielerische Interaktion mit den Farbräumen und Oberflächenstrukturen.
Susan Stadlers Arbeiten lesen sich wie Versuchsanordnungen, bei denen in serieller Reihung die Beziehung zwischen Form und Bildgrund experimentierfreudig ausgelotet wird. Die Werke wandeln sich zu eigenständigen Organismen, in denen Farbmaterie lebendig wird; ihre Werke vertrauen auf die elementare Kraft der reinen Farbe. Stadler spricht in diesem Zusammenhang von „Farblicht, das im Spannungsverhältnis von gemalter Fläche und der Farbigkeit des Grundes liegt“. Eine immanente Spannung gewinnen die Bilder durch das austarierte Gleichgewicht der Kräfte zwischen Übermalungen und Freilegungen, zwischen Verdichtungen und Transparenzen, Anhäufungen und Abtragungen.
An den äußeren Bildgrenzen bleiben die einzelnen Farbhäute stets sichtbar und lassen sich dort wie eine geschichtete Abfolge des zeitlich aufwendigen Malprozesses ablesen. Alles scheint in Bewegung zu sein. Titel wie „Horizonte“ oder „Fenster“, „Bewegung“, „Spuren darunter“, „Linien aus dem Nichts“ oder „Nur das was da ist“ deuten zwar in eine gewisse Richtung, lassen dem Betrachter jedoch genügend Spielraum für eigene Wahrnehmungen und Vorstellungen.
Stadlers Kompositionen thematisieren den Malvorgang als solchen. Sie lassen den Betrachter teilhaben am Prozesshaften der Bildentstehung, am Akt der Werkschöpfung. Dabei greifen Bilddarstellung und Bildtechnik ineinander und bedingen sich wechselseitig. Stadlers Gemälde verweisen einerseits auf die pure Aktion der Malerei selbst, zum anderen aber auch auf den Moment des Dauerhaften im Flüchtigen, indem sie den Faktor Zeit sinnlich erfahrbar machen.
Die Werke von Susan Stadler eröffnen dem Betrachter atmosphärisch aufgeladene Transiträume zwischen Fläche und Farbe, Linien und Licht.
Dr. Andreas Gabelmann
© Dr. Andreas Gabelmann, Kunsthistoriker, Radolfzell
Eine strenge, beinahe monochrome Malerei, die auf die elementare Kraft der reinen Farbe vertraut, führt uns Susan Stadler in ihren Gemälden vor. Die teils großformatigen Kompositionen sind das Ergebnis eines konzentrierten und langwierigen Arbeitsprozesses, in dem die Künstlerin Schicht um Schicht transparenter Farbmaterie mit breiten Pinseln, Spachteln und Rakeln in großzügigen Bahnen auf dunklen Untergrund aufbringt. Im allmählichen Anwachsen der Malschichten entstehen vielfältigste Überlagerungen der einzelnen Farbzonen, wobei jeder neue Farbauftrag zufällige aber durchaus gewollte Spuren und Strukturen auf der unteren Schicht hinterlässt.
Geboren 1964 in Nonnenhorn erlernte Susan Stadler die Malerei von 1989–1994 an der Münchner Kunstakademie. Neben ihren freien Arbeiten auf Leinwand und Alucobondplatten ist Stadler auch mit Kunst-am-Bau-Projekten und architekturbezogenen Wandgestaltungen im zeitgenössischen Kunstgeschehen präsent. Die Künstlerin lebt und arbeitet in München und Nonnenhorn.
Ihre Gemälde entfalten sich im Energiefeld zwischen Farbe, Fläche und Raum. Sie leben vorrangig aus der intensiven Leuchtkraft der Farbfelder. Durch den dynamischen, mal gestisch-spontanen, mal eher kontrollierten Duktus des Malvorganges bilden sich reizvolle Linien und Rillen, feinste Texturen und spröde Abschabungen, deren Konsistenz und Dichte vom Druck und Tempo des Malaktes abhängt. Schließlich entwickeln sich fragile Farb-Licht-Wirkungen, die ganz eigene Bildräumlichkeiten erzeugen. Akkurat dokumentiert Stadler jeden ihrer Arbeitsschritte schriftlich, gleichsam um das Dauerhafte im Prozess des Malens zu fixieren. Gerne agiert sie in Serien, um wie in Versuchsreihen das wechselseitige Zusammenspiel von Farbe und Grund, Bewegung und Ruhe, Übermalen und Freilegen, immer wieder auf Neue zu erkunden. Durch das Anhäufen von Schichtungen und die mehrfachen Überstreichungen entstehen subtile Vibrationen in der Oberflächenwirkung. Alle Schichten bleiben bis zur Basis meist transparent und erzeugen lebendige Schwingungen innerhalb des Farbmediums. Wie ein atmender Resonanzboden wirken die Membrane der jeweiligen Schichten in die Bildtiefe weiter. An den Bildrändern bleiben die einzelnen Farbhäute stets sichtbar und lassen sich dort wie eine geschichtete Abfolge von zeitlichen Vorgängen konkret ablesen. Somit verweisen die Gemälde von Susan Stadler einerseits auf die pure Aktion der Malerei selbst, also auf die Eigensprache der absoluten Farbe, zum anderen aber auch auf den Moment des Dauerhaften im Flüchtigen, indem sie den Faktor Zeit unmittelbar sinnlich erfahrbar machen.
„Wenn du etwas wissen willst und es durch Meditation nicht finden kannst, so rate ich dir, mein lieber, sinnreicher Freund, mit dem nächsten Bekannten, der dir aufstößt, darüber zu sprechen.“
Mit diesen Worten beginnt Heinrich von Kleist seinen berühmten Aufsatz „Über die allmähliche Verfertigung der Gedanken beim Reden“. Auf die Kunst übertragen lautete der Ratschlag: Die Bildidee entsteht während des Malens. Das kann zwar keine Allgemeingültigkeit beanspruchen, weil Künstler ihre Bilder oft mit Hilfe genauer Vorzeichnungen und Konzepte entwickeln und es in der Kunst Arbeitssituationen gibt, die eine detaillierte Vorbereitung erfordern, so zum Beispiel raumspezifische Werke.
Auf Susan Stadler aber trifft der Satz zu. Das soll nicht heißen, dass sie ganz spontan und ohne jede Bildvorstellung ans Malen geht, sondern nur, dass völlig offen ist, wohin sie der Arbeitsprozess führen wird, selbst dann, wenn sie an einer ihrer Bilderreihen, in denen gewisse Vorgaben existieren, weiterarbeitet. Sie verlässt sich, ganz wie Kleist es seinem Freund rät, darauf, dass während des Malens die Bildidee immer konkreter wird. Künstler sprechen oft von einer ständigen Zwiesprache mit dem Bild, das sie als ernst zu nehmendes Gegenüber betrachten, mit dem so mancher Streit ausgefochten werden muss.
Auch Susan Stadler erzählt von „Kampfbildern“. Das sind die, bei denen sie Schicht um Schicht aufträgt und doch nie zufrieden ist. Heute weiß sie, dass sich gerade in diesen Bildern oft etwas Neues ankündigt, etwas, das sie zu akzeptieren noch nicht bereit ist. Und dieses Neue entsteht nicht im Kopf, sondern während der Arbeit bei höchster Konzentration. Weil aber so ein Entstehungsprozess unabhängig von seiner Dauer später im Bild nicht mehr direkt ablesbar ist, schreibt sich Susan Stadler die einzelnen Arbeitsschritte auf. Es ist als wollte sie damit das Prozesshafte festhalten, um für sich selbst die Geschichte des Bildes nicht zu vergessen.
Denn so sehr sich die Entscheidungen rein oberflächlich gesehen auch gleichen mögen – schließlich verhalten sich Farben nicht willkürlich, sondern haben ihre eigenen Gesetze –, so sehr ist jede Situation beim Malen einmalig. Das hängt damit zusammen, dass Farben nicht als Solitäre funktionieren, sondern stets von ihrer Umgebung und dem Licht abhängig sind. Ob ein Rot leuchtet oder stumpf wirkt, hängt von seiner Zusammensetzung und von den benachbarten Farben und deren Zusammensetzung ab, wobei Zusammensetzung hier auch für Schichtung steht. Denn Susan Stadler baut ihre Bilder in vielen Malschichten auf, wobei die erste oder alle frühen zum Schluss oft gar nicht oder nur noch ganz am Rande zu erkennen sind, aber sie wirken durchaus weiter, besonders wenn die Künstlerin wie so oft helle Farbtöne auf dunkle setzt. Dann färbt ein tiefroter Grund das lichte Blau der Oberfläche partienweise rosarot, während ein tiefblauer Grund den hellen Blauton verstärkt.
Susan Stadler arbeitet viel in Reihen, schon um die Wirkung der Farbmischungen durchzuspielen und zu ergründen und die Farbe zum Leuchten zu bringen. Dabei geht sie keineswegs systematisch vor, selbst dann nicht, wenn sie ihre Aufzeichnungen zur Hilfe nimmt, sondern nach der eingangs erwähnten Kleistschen Regel. Eine Änderung zieht andere nach sich und jedes Mal unterscheidet sich das Ergebnis vom vorhergehenden, selbst wenn beispielsweise das große Bildfeld immer irgendwie blau und der Längsstreifen am Rand immer mehr oder weniger rot ist.
Diese Reihen entstehen oft in großen Abständen und sind auch nicht irgendwann abgeschlossen, weil die Möglichkeiten erschöpft sind, sondern können nach langer Zeit wieder hervorgeholt und weitergeführt werden. Hier werden schließlich keine physikalischen oder sonstigen Experimente durchgeführt, sondern Bilder gemalt. Es gibt also keine Versuchsanordnung mit einem festgelegten Fragenkatalog. Vielmehr ist Susan Stadler völlig offen für den Dialog mit dem Bild, der sich in dem selbst gesetzten Rahmen frei entfalten kann. Aber jedes Bild enthält die Wurzeln für ein weiteres Bild, und der Prozess kann von Neuem beginnen.
So offen Susan Stadler auch der Leinwand oder der Alu Cobond-Platte, die ein von ihr bevorzugter Bildgrund ist, gegenübertritt, so hat sie eine grundsätzliche Entscheidung getroffen. Sie malt nicht gegenständlich. Ihre Bilder repräsentieren nur sich selbst. Sie bilden nichts ab und abstrahieren nicht die Wirklichkeit, auch wenn in manchen von ihnen eine waagrecht verlaufende Linie wie eine Horizontlinie verläuft.
Ihr Thema ist die Farbe. Die Wahl der Farbe allerdings unterliegt nicht ganz dem freien Willen der Künstlerin: „Man sucht die Farbe nicht aus. Sie kommt zu einem.“ So mag sie besonders ein blasses Gelbgrün oder das Caput mortuum, ein dunkler, ins rötliche gehender Braunton. Aber natürlich gibt es auch ein dunkles Grün, ein tiefes Rot und ein mit unterschiedlichen Farben abgetöntes Gelb. Was bei ihr aber nicht vorkommt, sind reine Farben und harte Kontraste. Ihre Bilder sind nicht bunt und wirken weder flächig noch statisch. Die ineinander fließenden Farbschichten schaffen Raum und die häufig sichtbare Geste des Farbauftrags versetzt die Oberfläche in Schwingung. Jede Bewegung und Gegenbewegung hat Auswirkungen auf die Erscheinung des Bildes und bestimmt den Rhythmus der Farben.
Susan Stadler arbeitet nicht aus dem Handgelenk, sondern mit dem ganz Körper. Die Beschränkung auf die rechteckige Fläche der Leinwand oder Alu-Cobond-Platte empfindet sie immer stärker als Einschränkung. Viel lieber hätte sie ganze Räume oder wenigsten Wände zur Verfügung, weil sie dann mit der Farbe direkt in den Raum eingreifen könnte.